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Produktivität bei der Arbeit Stress bei der Arbeit
Produktivität bei der Arbeit. Quelle: https://unsplash.com/photos/bmJAXAz6ads

Neben Rauchen und Alkohol zählt Stress zu den wichtigsten Risikofaktoren für die Gesundheit. Wir alle haben uns an den Gedanken gewöhnt, dass Stress schlecht ist. Wir machen ihn für unsere Angstzustände, Schlafstörungen, Wackelbäuche und so ziemlich alles andere verantwortlich.

Stress ist auch zu einer gültigen Entschuldigung für geringe Produktivität am Arbeitsplatz geworden. Unsere persönliche Erfahrung legt nahe, dass wir Stress vollständig aus unserem Leben verbannen sollten, um effizienter und produktiver zu werden. Aber was ist, wenn wir die Sache aus einem anderen Blickwinkel betrachten? Kann Stress tatsächlich von Vorteil für uns sein?

Stress und Leistung

Laut Professor Ian Robinson, der das Stressphänomen in seinem Buch “The Stress Test: How pressure can make you stronger and sharper” (Der Stresstest: Wie Druck Sie stärker und schärfer macht) untersucht hat, ist ein moderates Maß an Arbeitsstress ein guter Motivator. Er weckt unser Interesse und spornt uns an, mehr zu tun.

Die Abhängigkeit zwischen Stress und Produktivität ist als “Yerkes-Dodson-Gesetz” bekannt. Ein niedriger Stresspegel ist kontraproduktiv: Die Menschen haben keinen Grund zu handeln und bleiben untätig oder verschwenden zu viel Zeit mit ihren Aufgaben. Wenn der Stress zunimmt, steigt auch die Leistung, allerdings nur bis zu einem bestimmten Punkt. Dies wird grafisch in Form einer Glockenkurve dargestellt.

Stress und Produktivität bei der Arbeit

Das optimale Stressniveau ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich. Es hängt auch von der Komplexität der Aufgabe ab. Routineaufgaben können schneller erledigt werden, wenn man durch Stress motiviert ist. Im Gegensatz dazu ist die Ausführung komplizierter Aufgaben bereits eine Herausforderung und erfordert mehr Konzentration, die am besten in einer stressfreien Umgebung erreicht werden kann.

Nützliche Techniken

Wie der bekannte Wissenschaftler Hans Selye sagte: “Stress ist nicht unbedingt schlecht für dich, er ist auch die Würze des Lebens”. Aber wie jedes Gewürz sollte er sparsam verwendet werden.

Wenn Sie also die Produktivität Ihrer Mitarbeiter bei der Arbeit steigern und das Engagement Ihres Teams erhöhen wollen, sollten Sie sie auf Trab halten. Werfen wir einen Blick auf einige Techniken, die Sie dafür einsetzen können.

Setzen Sie Fristen.

Die Einhaltung von Fristen ist für die Mitarbeiter oft ein Stressfaktor, aber genau das ermöglicht es Ihnen, weiterzumachen. Andernfalls besteht die Gefahr, dass Sie ewig an ein und demselben Projekt festsitzen. Gleichzeitig verursachen unangemessene Fristen unnötigen Druck, seien Sie also realistisch. Besprechen Sie die Lieferfristen mit Ihren Mitarbeitern und kommunizieren Sie Ihre Erwartungen klar.

Setzen Sie höhere Ziele und erweitern Sie die Verantwortlichkeiten.

Experten sagen, dass Langeweile in Bezug auf die Produktivität noch schlimmer ist als Stress. Warten Sie also nicht, bis Ihre Kollegen von ihren Aufgaben gelangweilt sind. Denken Sie proaktiv und finden Sie neue Aufgaben und Verantwortlichkeiten für Ihr Team. Wenn sie gut auf die Fähigkeiten der Mitarbeiter abgestimmt sind, werden Herausforderungen ihr Interesse an der Arbeit wecken. Indem Sie komplexe Aufgaben anbieten, heben Sie auch das intellektuelle Niveau Ihres Teams. Das Lösen unkonventioneller Probleme ist gut für das Gehirn: Es schafft neue Synapsen, was wiederum das kognitive Potenzial einer Person steigert.

Beobachten Sie.

Probieren Sie den “Hawthorne-Effekt” aus, der besagt, dass Arbeitnehmer ihre Leistung steigern, wenn sie wissen, dass sie beobachtet werden. Nehmen Sie dies jedoch nicht zu wörtlich: Es besteht keine Notwendigkeit, überall Überwachungskameras zu installieren. Die Überwachung der Leistung der Mitarbeiter mit Hilfe einer Zeiterfassungssoftware könnte jedoch hilfreich sein.

Nutzen Sie verschiedene Formen der Zusammenarbeit.

Wenn Sie in Ihrem Unternehmen an bestimmte Formen der Zusammenarbeit gewöhnt sind, ist es wahrscheinlich an der Zeit, die Taktik zu ändern. Veranstalten Sie ein Brainstorming, organisieren Sie eine kurze Diskussion oder erstellen Sie gemeinsam Mindmaps. Ein bisschen Stress kann helfen, neue Ideen freizusetzen und das Interesse zu wecken.

Herausfordernd, aber nicht überfordernd

Es besteht kein Zweifel daran, dass extremer Stress nicht gut für Ihre geistige und körperliche Gesundheit ist. Deshalb sind wir oft versucht zu denken, dass jeder Stress vermieden werden sollte, was aber nicht ganz stimmt.

Ein moderates Maß an Stress kann unsere Produktivität bei der Arbeit steigern und uns zu mehr Kreativität verhelfen. Suchen Sie also nach spannenden Herausforderungen für sich und Ihr Team: Das wird Sie voranbringen.

Tags:

Biohacking Basiswissen | Gesundheit | Mindhacking | Motivation

4 Gedanken zu „Warum ist Stress doch nicht so schlecht für die Produktivität bei der Arbeit?

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